Ich mache mir auf manches einen Reim



Ich habe schon immer Spaß daran gehabt, etwas zu reimen. Zum Geburtstag, zur Konfirmation, eine Danksagung an die Kollegen - ein lustiges Gedicht hat immer seine Wirkung.

Dabei ist das Reimen gar nicht so einfach, wie es vielleicht den Anschein hat - jedenfalls mache ich mir es nicht einfach. Für mich muss ein guter Reim folgende Bedingungen erfüllen:


Was man z.B. so in der Zeitung an selbst gedichteten Sachen liest (Geburtsanzeige, Silberhochzeit, bestandener Führerschein...) gefällt mir meistens gar nicht, weil es fast immer schon am Rhythmus hapert. Außerdem wird viel abgeschrieben.




Auf NDR 2 wurden vor Jahren mal sogenannte Bauernregeln (meist Vierzeiler) gesammelt und vorgelesen, die von den Hörern stammten. Da waren richtig gute Sachen dabei, die ich mir aber nicht merken konnte. Da habe ich selbst mal welche verfasst:

Bauernregeln



Am Arbeitsplatz fand ich es immer merkwürdig, dass einige Kollegen mittags nur noch „Mahlzeit“ rufend anzutreffen waren. Selbst bei einer Begegnung auf der Toilette wurde fröhlich (und gedankenlos!) „Mahlzeit“ gesagt, Ich veröffentlichte seinerzeit ein entsprechendes Gedicht in der Mitarbeiterzeitung. Das fand großen Anklang und es pflichteten mir viele bei. Viele grüßten mich danach aber erst recht mit „Mahlzeit“, was der ganzen Sache dann aber eine witzige Note gab. Auf der Toilette finde ich es aber immer noch ziemlich unpassend ...

Mahlzeit !



Die meisten meiner Reime sind zugeschnitten auf bestimmte Situationen oder Anlässe und enthalten oft auch was „zwischen den Zeilen“.
Eine Arbeitskollegin bat mich einmal, etwas für sie zu reimen. Sie hatte eine Einladung für eine Hauseinweihung und wusste nicht, was sie in die Karte schreiben soll. Befragt nach einigen Hintergrundinfos meinte sie, dass eine Party im Freien geplant sei und dass es nicht regnen darf, weil im Haus kein Platz für alle Gäste sei. Die Gastgeber mögen es nicht, wenn die Gäste jeden Winkel im Haus besichtigen wollen und die Dusche ist noch nicht fertig. Das sind schöne Infos; da kann man was machen:

Die Hauseinweihung



Nachdem 1991 Malte und Simon als Kinder Nr. 4 und 5 da waren und alles gut gegangen war, gaben wir eine Geburtsanzeige auf. Wegen der nicht alltäglichen Situation sollte es eine besondere Anzeige werden – Vater hat wieder mal gereimt:

Vater, Mutter und drei Kinder ...



Vor Jahren hat Freund Holger – passionierter Jäger – mal erzählt, dass man mit einem „Blatter“ Tiergeräusche imitieren und so das arglose Wild anlocken kann – um es dann zu erlegen. Das hat mich erstens entsetzt und zweitens zu ein paar Zeilen veranlasst:

Holger im Wald



Im Februar 2014 ist meine Mutter 90 geworden (!). Geburtstagskarten mit einer „90“ vorn drauf sind nicht leicht zu finden. Und innen sind 2 leere Seiten. Also habe ich was gedichtet, damit IN der Karte nicht nur die Unterschriften stehen...

zum 90. Geburtstag



2014 habe ich für den runden Geburtstag der Frau meines ehemaligen Kollegen was in die Karte geschrieben:

ein runder Geburtstag



Frühjahr 2015. Petras Kollegin feiert einen runden Geburtstag und ich soll was für die Karte reinem. Mach ich doch gern...

ein runder Geburtstag der Kollegin



April 2015. Ich habe gewisse Beziehungsprobleme - und schreibe mir das in Reimform von der Seele. Ich reiche diesen Reim nun auch mal bei einem Gedichtwettbewerb ein - und bekomme tatsächlich eine lobende Rückmeldung. Das Gedicht erscheint Ende 2015 dann sogar in einem dicken Gedichtband...

Ich verlasse dich



Februar 2017
Für uns - und fast alle anderen - völlig überraschend haben Ina und Lars (die Freunde und Hausnachbarn von Alena und Thomse) am Samstag geheiratet. Wir sind zum Nachmittag zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Geschenk ist kurzfristig besorgt – aber was schreiben wir in die Karte...?

Hochzeit von Ina und Lars




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